Komm und schnapp sie dir!

17. 05. 2012


Wie jedes Jahr um die gleiche Zeit, zwischen Frühling und Sommer, beginne ich mit meiner Tradition. Ich krame in den Schubladen mit dem unbenutzten Elektrozeug herum. So lange, bis ich ihn gefunden habe – meinen durchsichtigen Game Boy Color. Und wie immer ist das einzige Spiel drin, welches ich nach so vielen Jahren noch mein Eigen nennen darf: Die rote Edition von Pokémon.

Ohne weiter nachzudenken starte ich das Spiel. Weiter? Neues Spiel? Ich weiß genau, beginne ich ein neues Spiel, so ist mein alter Spielstand vom Vorjahr gelöscht. Alle meine Errungenschaften sind fort, jedes einzelne gefangene Pokémon, jeder Orden. Nicht mehr da. Aber die Tradition verlangt danach, ein komplett neues Spiel zu beginnen.

Dieses Mal werde ich sowieso alles besser machen. Meine Pokémon besser trainieren, endlich mal „TM’s“ benutzen und – natürlich – werde ich sie alle fangen. Alle 150. Ich werde der beste Trainer der Pokémon-Liga sein.



Also beginne ich ein neues Spiel, nenne mich „Ash“ und meinen Genger „Gary“, wie immer, und begebe mich auf eine neue Reise. Selbstverständlich wähle ich als Start-Pokémon wie gewohnt Bisasam. Oder? Nein! Dieses Mal nicht! Shiggy wird es sein, zum aller ersten Mal!

Die Stunden vergehen, ich bin fleißig. Fange, trainiere, besiege die Gegner im Vertania Wald und suche nach dem seltenen Pikachu. Das gibt es hier, das weiß ich noch. Doch langsam wird es spät und morgen ist wieder Schule.

Am nächsten Tag erzähle ich jedem, dass ich wieder Pokémon zu spielen angefangen habe. Und ich weiß genau, es ist eine Seuche und sie überkommt jeden – egal ob 16 oder 22 Jahre alt. Sie werden alle zuhause ihren Game Boy suchen und eine neue Reise durch die Welt der Pokémon beginnen.

Das passiert mir immer. Ich stecke sie einfach an mit meiner Sucht, meiner Tradition. Zurzeit spielen sechs Leute aus meiner Klasse das Spiel und einer dieser Trainer erklärte mir, sie habe sowieso die gleiche Tradition wie ich. In diesem Moment kam ein großes Sympathiegefühl ihr gegenüber in mir auf.



Meine beste Freundin fragte mich ein Mal, was denn bitte an diesem „kack Spiel“ so toll wäre. Ich kann es selber nur vermuten. Aber ich bin mir sicher, dass es der Kult ist und dass die Kindheit für den Moment des Spielens wieder zurückkehrt.

Nat¸rlich ist nicht jeder von Anfang an von der Vorstellung begeistert, dass ein 22-jähriges Mädel wieder Pokémon spielt. „Das ist doch nur etwas für Kinder!“. Das kenne ich noch vom letzten Sommer. Ein gefundenes Fressen für deren Gehässigkeit. Hater eben, naja. Erst bin ich deren Opfer, werde gemobbt und verhöhnt. Doch spätestens an dem Tag, an welchem ich meinen Game Boy mitbringe, höre ich von genau diesen Leuten: „nise, bitte, bitte lass mich auch mal deine Pokémon leveln, ich speichere auch nicht ab, versprochen!“

Sie werden zuhause ihren Game Boy suchen. Ich wei_ es. Am n‰chsten Tag erzählen sie mir dann stolz von ihren bisherigen Errungenschaften in dem Spiel.

Das tragische an dieser Geschichte ist jedoch, dass ich niemals alle 150 Pokémon fangen kann. Denn niemand hat die blaue Edition und gleichzeitig ein Link-Kabel!

Im Übrigen bin ich ein Verfächter der Meinung: „Es gibt nur 150 Poekémon! Alles, was danach kam, ist Müll!“ Peinlich aber, dass ich mir von einem Freund die Kristall Eition ausgeliehen habe... Und er diese niemals wiederbekommen wird, das ist klar!



2 Kommentare

Irgendwie turbulent

08. 05. 2012
Hallo liebes Tagebuch,

die Woche war irgendwie anstrengend und das Wochenende war irgendwie anders als erwartet.

1. Ich hab die Haare kurz und jedem gefällt es total, mir nicht
2. Hab ich mir tatsächlich nun meine Brille bestellt 6
4. Habe Blumen bekommen



5. Mein Hasi ist sooo niedlich!



6. Samstag:
Da fällt erst der Zug aus, dann entscheiden wir uns um und fahren zum Sea Life. Eine Stunde vergeudet zum Parkplatz suchen und über 30 Euro vergeudet für den Eintritt. Es war klein und voll und irgendwie verdammt enttäuschend. Zwei japanische Riesenkrabben in einem Aquarium, welches nichtmal den Durchmesser einer dieser Krabben (mit ausgestreckten Beinen) hat? Abartig...

Sah extrem danach aus so viele Viecher wie möglich in kleine/mittelgroße/große Becken zu stopfen, irgendwie passt das schon! Irgendwie abartig! Mag das viel lieber in der freien Natur sehen, jetzt hab ich den Laden auchnoch durch Wucher-Eintritt unterstützt und die können sich noch mehr Schildkröten ins Becken stopfen und mit ihren "Wir wollen die Ozeane retten-Schildern" so tun, als ob.



Kraken im Einmachglas




Qualle im Einmachglas


Edit:
7. "3." fehlt aber kein Bock zu editieren.


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